Da das Terrarium als dauerhafte Wohnstatt der Zwergbartis dienen soll, müssen einige Dinge beachtet werden, damit es den Bewohnern an nichts fehlt und sie ein möglichst natürliches Verhalten zeigen. Die Aufgabe des Pflegers sollte es sein, sich soweit wie möglich an den Ansprüchen freilebender Tiere zu orientieren und den Haustieren die bestmöglichen Bedingungen zu bieten.
Mein Terrarium

Mein Terrarium ist ein ganz gewöhnliches Vollglasbecken aus dem Zooladen. Es hat die Maße 120 cm Länge x 60 cm Tiefe x 60 cm Höhe, was die Mindestmaße für die Haltung eines Pärchens Zwergbartagamen ist. Fertige Glasterrarien haben den Vorteil, dass sie ausreichende Lüftungsflächen aufweisen und sich bei Bedarf leicht desinfizieren lassen.
Das Becken steht auf einem stabilen Aquarienschrank der gleichen Grundfläche, damit es sicheren Halt hat. Ist der Unterschrank des Terrariums kleiner, als die Grundfläche des Beckens, kann es zu Spannungsrissen im Glas kommen. Der Unterschrank muß auf alle Fälle stabil genug sein, da das Terrarium mit Sand und Dekoration eine ganze Menge Gewicht auf die Waage bringt. Mit einem für Aquarien geeigneten Schrank seid ihr auf jeden Fall auf der sicheren Seite.
Die Rückwand des Terrariums besteht aus Styroporplatten und Kunststoffelementen. Auf der Unterseite "Rückwand" könnt ihr nachlesen, wie man so eine naturnahe Rückwand selber machen kann.
Als Bodengrund benötigen Bartagamen einen grabfähigen Sandboden, in dem sie buddeln und Höhlen graben können. Der Sand sollte so beschaffen sein, dass gegrabene Löcher nicht gleich wieder in sich zusammenfallen. Für die Tiere ist dies lebensnotwendig, da sie ihre Winterruhe oft in einer selbstgegrabenen Höhle verbringen und Weibchen ihre Eier in solchen Höhlen ablegen. Im Zooladen gibt es eine breite Palette von geeignetem Terrariendsand in allen möglichen Farben und Körnungen. Ihr solltet beim Kauf darauf achten, Lehmsand zu bekommen. Dieser wird feucht ins Terrarium eingebracht und trocknet dort, wodurch er eine relativ harte Konsistenz bekommt, die den Tieren beim Graben entgegenkommt. Eine Alternative zum käuflichen Terrariensand ist eine Mischung aus Spielsand (Baumarkt) und Lehmpulver (Ökobauladen oder Töpferei). Ein Gemisch von Sand und Lehmpulver im Verhältnis 10 :1 hat den selben Effekt, wie der Terrariensand, ist aber wesentlich günstiger.
Zur Beleuchtung verwende ich eine Replux UV-Heat D3 Lampe von NamibaTerra (160 Watt). Diese UV-Mischlampe (im Bild die rechte Lampe) dient zur UV-Versorgung der Tiere und heizt gleichzeitig den Sonnenplatz auf ca. 50 Grad auf. Die Lampe links im Bild ist ein ganz normaler Concentra-Spot aus dem Baumarkt und dient nur für zusätzliche Beleuchtung. Um morgens und abends einen Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang zu simulieren werden die Lampen versetzt geschaltet. Der Concentra-Spot wird morgens eine Stunde vor der UV-Lampe eingeschaltet und brennt abends eine Stunde länger als die UV-Lampe. Beide Lampen werden über eine Zeitschaltuhr gesteuert. Generell wird das Terrarium in den Sommermonaten 14 Stunden beleuchtet, im Winter wird die Beleuchtung über mehrere Wochen gedrosselt, so dass die Tiere in die Winterruhe gehen können.
Die Temperaturen im Terrarium sollten nicht an allen Stellen gleich sein, sondern eine Bandbreite von 50 Grad unter dem Sonnenplatz bis zu 26 Grad in der kühlsten Ecke des Beckens aufweisen. Über den Tag verteilt suchen die Tiere immer wieder die verschiedenen Wärmezonen auf und verweilen unterschiedlich lange dort. Sinnvoll ist es dazu, den Sonnenplatz nicht mittig im Terrarium einzurichten, da sonst nicht genug Platz ist, um eine Abkühlung auf 26 Grad zu erreichen.
Die Dekoration meines Terrariums besteht zum größten Teil aus Korkröhren, die nicht nur zum Klettern dienen können, sondern auch gerne als Versteckmöglichkeiten genutzt werden. Sinnvoll ist es, unter dem Sonnenplatz eine Steingruppe zu arrangieren, die sich den Tag über durch die Lampe aufheizen kann und auch abends noch genug Wärme für die Tiere abgibt. Absolut notwendig ist eine Wasserschüssel, die groß genug sein sollte, dass die Tiere nicht nur trinken, sonderns auch baden können. Obwohl Zwergbartagamen Wüstenbewohner sind, lieben sie das Baden und Tauchen in der Wasserschüssel. Selbstverständlich muß das Wasser täglich erneuert und die Schüssel peinlich sauber gehalten werden.
Der Standort des Terrariums sollte so hell wie möglich gewählt werden. Dabei sollte direkte Sonneneinstrahlung grade bei Glasterrarien vermieden werden, da sich die Hitze aufstauen und die Temperaturen im Becken schnell in die Höhe treiben kann. Ebenso sollte keine Zugluft-Quelle in der Nähe sein.
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