In ihrer Heimat sind Bartagamen Allesfresser, d.h. sie nehmen sowohl tiereische als auch pflanzliche Nahrung zu sich.
Während Jungtiere sich fast ausschließlich von tierischer Nahrung ernähren, nehmen erwachsene Bartagamen hauptsächlich pflanzliche Kost zu sich.
Im Zoofachhandel findet sich eine breite Palette von geeigneten Futtertieren. Diese sollte man allerdings vor dem Verfüttern einige Tage lang hochwertig ernähren, da die letzte Fütterung der Insekten häufig schon etwas zurückliegt und sie so kaum noch Nährstoffe enthalten. Das von den Insekten aufgenommene Futter kommt so auch den Bartagamen zugute.
Heimchen und Grillen (Grylloidea)
Heimchen und Grillen gehören zu den wohl beliebtesten Futtertieren. Da sie in verschiedenen Größen angeboten werden, eignen sie sich hervorragend für heranwachsende Echsen. Mit ein wenig Obst oder Gemüse in der Dose lassen sich die Tiere lange Zeit halten.
Ich persönlich verfüttere allerdings keine Heimchen und Grillen mehr, da sie meinen Zwergen ziemlich häufig entkommen sind und sich dann irgendwo im Terrarium versteckt haben. Es ist auch schon vorgekommen, dass sie sich ein Loch in die Rückwand gefressen haben und monatelange Zirpkonzerte zum besten gaben. Das ist zwar nervig, aber weniger gefährlich. Unangenehm wird es, wenn die Tiere nachts ihre Verstekce verlassen und sich evtl an den Bewohnern des Terrariums vergreifen und diese anfressen. Die Wunden entzünden sich sehr schnell und können den Echsen beträchtlichen Schaden zufügen.
Bei einem Ausbruch der Insekten aus dem Terrarium sollte man sie möglichst schnell mit käuflichen Fallen wieder einfangen. Da die Tiere auch in unserem Klima gut gedeihen, können sie sich in der Wohnung gut vermehren und zur Plage werden.
Wanderheuschrecke (Locustra migratoria)
Wanderheuschrecken sind meiner Meinung nach das beste Futtertier für Bartagamen, das es gibt. Man bekommt sie ebenfalls in verschiedenen Größen angeboten, was das Verfüttern sehr viel einfacher macht.
Die erwachsenen Tiere sind etwa 6 cm lang und zeichnen sich durch ein lebhaftes Fluchtverhalten aus, dass die Bartagamen zum jagen animiert. Im Gegansatz zu Heimchen und Grillen verstecken diese Tiere sich nicht, sondern sitzen offen im Terrarium rum. Weitere Vorteile sind ihre Tagaktivität und ein hoher Nährwert.
Wanderheuschrecken sind etwas schwerer zu halten als Heimchen und Grillen, da sie nicht zu feuchtes Futter erhalten dürfen. Da diese Tiere aus den afrikanischen Wüsten stammen, sind sie sehr karges und trockenes Futter gewöhnt. Werden sie hier mit frischem Obst und Gemüse gefüttert, sterben sie sehr schnell. Es empfiehlt sich ein handelsübliches Trockenfutter mit geringen Mengen Salat (o.ä.) zu konbinieren, damit die Tiere ihren Flüssigkeitsbedarf über das Gemüse stillen können.
In der Wohnung stellen diese Tiere keine Schädlinge dar, da sie sich aufgrund der fehlenden Nahrungsgrundlage nicht vermehren können. Die Haltung bis zur Verfütterung sollte bei Temperaturen um die 30 Grad erfolgen.
Verschiedene Schabenarten
Tropische Schaben sind in einem leicht angewärmten Becken mit vielen Verstecken leicht zu halten und zu vermehren. Sie fressen ein Gemisch aus pflanzlicher und tierischer Kost. Diese bekommen sie bei mir in Form von Fischfutter.
Im Gegensatz zu einheimischen Schabenarten werden die tropischen Arten wesentlich größer und sind in ihrer Art behäbiger. Sie können sich in der Wohnung nur schwer vermehren und sind somit keine Gefahr für eine Plage. Einheimische Schaben dagegen sollten nicht verfüttert werden, da diese häufig mit Insektiziden verseucht sind und sich in der Wohnung schnell dauerhaft breit machen können.
Mehlwürmer
Mehlwürmer sind quasi die "Schokolade" unter den Futtertieren. Da sie sehr fetthaltig sind und ein ungünstiges Kalzium-Phosphor-Verhältnis haben, sollten sie nur ab und zu als Leckerchen gegeben werden. Ein übermäßiges Verfüttern der Tiere kann zu Verstopfung und Fettleber führen.
Hält man die Würmer warm und füttert sie gut an, verpuppen sich die Tiere bald und wandeln sich zu schwarzen Käfern um, die gerne gefressen werden. Diese sind nicht ganz so fetthaltig, wie die Würmer und können häufiger verfüttert werden.
Vegetarische Nahrung
Bei der vegetarischen Komponente der Ernährung sollte das Gemüse dem Obst immer überwiegen. Obst hat oft ein ungünstiges Kalzium-Phosphor-Verhältnis, viel Zucker und Fruchtsäure, die den Tieren in größerer Menge nicht unbedingt gut tun.
Bei erwachsenen Bartagamen sollte die pflanzliche Nahrung mindestens 50 % des Futters ausmachen, bei Jungtieren mindestens 30 %. Grade Jungtiere sollte man früh genug an pflanzliche Kost gewöhnen, da sie als erwachsene Tiere kaum noch unzugewöhnen sind.
Der Handel bietet eine breite Palette an Gemüse und Früchten an, die für Bartagamen geeignet sind. Man muß bei seinen Tieren nur herausfinden, was sie mögen. Meine Elterntiere und auch die Jungtiere finden Romanasalat extrem lecker und stürzen sich gleich auf das Schälchen.
Die Finger sollte man allerdings von folgenden Früchten lassen, da sie giftig für die Bartagame sein können: Kohl, Kartoffeln, Kohlrabi, Ananas, Zitrusfrüchte, Spinat. Selbstredend sind auch sämtliche Zimmer- und Zierpflanzen für Bartis tabu. Ebenso wie Brot, Reis Nudeln und andere Getreideerzeugnisse.
Vitamine und Mineralstoffe
Da wir unseren Bartagamen im Terrarium keine natürliche Futtergrundlage bieten können, müssen Zusatzpräparate für eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralien sorgen. Ein Mangel kann sich schnell in Deformationen oder Lähmungen zeigen und zum Tod des Tieres führen.
Vitamnie: Zur ausreichenden Versorgung bestäube ich entweder die Futtertiere oder das vegetarische Futter regelmäßig mit Korvimin ZVT Reptil. Dies ist ein Vitamin-Mineralstoff-Präparat mit allen nötigen Inhaltsstoffen. Zu beziehen ist dieses Pulver entweder über den Tierarzt oder über das Internet (einfach mal googlen).
Kalzium: Zur Kalziumversorgung steht in meinem Terrarium eine Schale mit zerbröselter Sepiaschale. Diese wird von meinem Weibchen sehr gerne genommen. Grade Jungtiere und trächtige Weibchen haben einen erhöhten Kalziumbedarf und stillen diesen mit dem Fressen von Sand, wenn keine Alternativen geboten werden. Dieses Fressen von Sand kann in großen Mengen zu starker Verstopfung führen.
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